Schlagwort: Stadtrat

  • SPD-Fraktion macht Weg frei für neue Eventlocation am Weichelsee

    SPD-Fraktion macht Weg frei für neue Eventlocation am Weichelsee

    Der Stadtrat hat 25 zusätzliche Stellplätze am Weichelsee beschlossen. Damit ist eine entscheidende Hürde für den Bau der geplanten festen Eventlocation beim Beachclub Strandgold genommen. Unsere SPD-Fraktion hat diesen Beschluss unterstützt und damit ein klares Signal für die Weiterentwicklung des Weichelsees gesetzt.

    Ein Gewinn für Rotenburg

    Seit 2021 wird an den Plänen für eine moderne Veranstaltungshalle gearbeitet. Betreiber Roland Nielebock will rund 1,4 Millionen Euro in den Neubau investieren. Auf rund 700 Quadratmetern soll eine feste Eventlocation entstehen, die die bisherigen Zeltlösungen ablöst und für Veranstaltungen aller Art genutzt werden kann. Die SPD-Fraktion sieht darin einen großen Mehrwert für unsere Stadt:

    • Mehr Kultur und Freizeit: ein Ort für Konzerte, Feiern und Begegnungen.
    • Neue Arbeitsplätze: vor allem in Gastronomie und Eventorganisation.
    • Bessere Infrastruktur: zusätzliche Stellplätze am Weichelsee.
    • Tourismusförderung: Rotenburg wird attraktiver für Gäste.

    Nächste Schritte

    Mit dem Stadtratsbeschluss ist ein wichtiger Baustein geschafft. Nun liegt es an den Genehmigungsbehörden und dem Baufortschritt, das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.

    Wir als SPD Rotenburg werden den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten – für eine lebendige Stadt mit starken Angeboten für alle. 🌹

  • Rede von Ratsfrau Marion Bassen zum Haushalt der Stadt Rotenburg 2024

    Rede von Ratsfrau Marion Bassen zum Haushalt der Stadt Rotenburg 2024

     

    1.  Begrüßung und Einleitung

    Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, die Presse und Zuhörer. Die Agenda dieses Haushaltes war schon etwas Besonderes.

    • Haushaltsklausur August 23 – Verabschiedung des Haushaltes 14. März 24
    • Nach einem ersten Minus von mehreren Millionen jetzt ein Minus von 770,00 € im Ergebnishaushalt.
    • Es gibt positive Zeichen vom Landkreis, dass sie dem Haushalt ohne Haushaltssicherungskonzept zustimmen wird.
    • Wäre dies nicht der Fall, würde dies sehr viel Verwaltungsarbeit und Einschränkungen bedeuten

    Und dann lese ich gestern in der Kreiszeitung die Aussage eines RWF-Mitgliedes, dass, ich zitiere, „Lernen durch Schmerzen beim städtischen Haushalt der harte, aber reinigende Weg sei“. Eine Zwangsverwaltung durch den LK, bis der Haushalt wieder in Ordnung ist. Ich glaube, diese Aussage bedarf keinen weiteren Kommentar.

    Unser oberstes Ziel muss es doch sein, die finanzielle Stabilität unserer Stadt zu gewährleisten und gleichzeitig die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

    Aber hier erst einmal mein Dank an den BG, Frau Hollmann-Koeppen und ihr Team. Es gab wirklich extrem viele Sitzungen auch für uns liebe Kolleginnen und Kollegen. Was musste geschehen, Ausgaben senken, Einnahmen erhöhen.

    Ich denke uns allen war klar, ohne Steuererhöhungen bekommen wir keinen genehmigungsfähigen Haushalt. Nur zur Erinnerung, die letzte Steuererhöhung war 2016 gegen den erbitterten Widerstand von CDU und FDP.

    Über die Erhöhung der Grundsteuer A u. B gab es keine größeren Diskussionen. Aber über die Erhöhung der Gewerbesteuer von 450 % gab es Kritik. Diese kam verständlicherweise aus der Wirtschaft. Nach einem Treffen mit Vertretern des RWF, der Verwaltung und der Politik wurde noch einmal neu gerechnet, sodass es zu einem Gewerbesteuersatz von 430 % kam.

    Über Einsparungen wurde in allen Ausschüssen heftig diskutiert. Wobei bei einigen Positionen ist es schon schwierig. Schon allein die Erhöhung der Personalkosten um 1,3 Mio bedingt durch Tariferhöhungen. Ein Punkt waren natürlich auch die gestiegenen Energiekosten. Aber da ist noch Luft drin, dies in Zukunft zu verbessern.

    2. Steuern

    Nun zu den Steuererhöhungen.

    Die Erhöhung der Hundesteuer ist wirklich moderat ausgefallen und wird im Übrigen erst 2025 erhoben.

    Die Erhöhung der Vergnügungssteuer begrüße ich persönlich sehr. Es gibt in Rotenburg 6 Spielhallen mit 83 Spielgeräten. Meiner Meinung nach zu viel. Wie viele Menschen verspielen dort ihr Geld, was sie meistens in diesem Umfang gar nicht haben. Im Übrigen gibt es in Rotenburg eine Abstandsregelung von 450 m pro Spielhalle. Das ist nicht überall so, soll übrigens jetzt auch in Bremen so geregelt werden.

    Wir investieren auch im Haushalt 2024 enorm in die Infrastruktur, was auch bitter nötig ist. Sei es in den Brückenbau oder das Thema Kanalnetz. Aber die Investitionsliste ist ihnen ja bekannt, wir haben um viele Positionen gerungen. So gab es z.B. einen Antrag der SPD-Fraktion zum Bau von Bushalteüberdachungen.  Auf Vorschlag der Verwaltung wurden dieser Antrag auf 2025 verschoben. Etwas befremdlich fand ich schon von seitens der CDU, man könnte ja auch Regenschirme ausgeben. Fand der eine oder andere sicher lustig. Ich nicht. Nicht jeder kann sich ein Auto leisten. Und wenn ältere Menschen mit Rollator oder Familien mit Kinderwagen unterwegs sind, wären sie sicher dankbar sich geschützt unterstellen zu können.

    Trotz unserer knappen Finanzen haben wir auch Geld für die Grünpflege im Haushalt eingestellt. Auch das ist wichtig für unsere Bürgerinnen und Bürger und auch für die Besucher unserer Stadt. Es gab immer wieder Beschwerden, wie ungepflegt es bei uns aussieht. Aber auch Eigeninitiative ist gefragt. Meine Fraktion hat die Patenschaft und Pflege einiger Bäume und Beete in Rotenburg übernommen. Vielleicht ein Tipp für Alle.

    3. Schulen, Feuerwehr

    Nun zu den Schulen.

    Im Schulausschuss gab es Diskussionen, ob Geld für Mittagessen für armutsgefährdete Kinder zur Verfügung stehen soll – Was für eine Frage.

    Irritiert war ich auch über die Diskussion, ob für Hausmeister von Schulen und Kindergärten Geld für die Arbeitsbekleidung bereitgestellt werden soll. Auch da kann ich nur den Kopf schütteln.

    Ihrem Vorgänger Herr Bürgermeister wurde und wird noch immer vorgeworfen zu viel Geld für Schulen und Mensen ausgegeben zu haben. Aber 2026 kommt die verpflichtende Ganztagsschule. Und was gehört dazu? Mensen. Da sind wir doch schon ganz gut aufgestellt. Wenn wir da noch investieren müssten, würden es unsere nachfolgenden Haushalte schwer belasten.

    Auch die Feuerwehr wird in den nächsten Jahren ein Thema sein, was das Finanzielle anbelangt. Und wie wichtig, dies ist, haben wir im Dezember letzten Jahres erlebt. Und das z.T. über die Weihnachtstage. 465 Einsätze im letzten Jahr. Gut, dass wir bereits in die neue Drehleiter investierten. Auch im Haushalt 24 stehen 370 00 Euro für einen neuen Mannschaftstransportwagen zur Verfügung. Die Frage, die Herr Reinsch stellte, ob auch in Zukunft noch alles weiterhin ehrenamtlich zu stemmen ist, wird sicher noch auf uns zukommen.

    4. Sport und Kultur

    Wir fördern auch weiter den Sport und die Kultur, auch das ist wichtig, um auch die Lebensqualität unserer Stadt zu erhalten. Nennen möchte ich die neue Disc-Golfanlage, die auf unseren Antrag auch mit Zustimmung der Jukunft erstellt. Das ist eine sportliche Betätigung für Jung und Alt und kostet nichts. Im Übrigen wurde sie zu 90 % bezuschusst. Rotenburg ist eine sportliche Stadt mit vielen Ehrenamtlichen. Auch die haben es verdient, unterstützt zu werden.

    Die Kolleginnen und Kollegen der CDU haben ja bereits für den Haushalt 2025 Diskussionen über Einsparungen angeregt. Ja, das ist wichtig und wir wollen uns gerne mit einbringen.

    Was mir allerdings in all den Jahren meiner Ratstätigkeit auffällt, wenn’s ums Sparen geht, immer ging und geht es um die Volkshochschule, das Jugendzentrum und die Bücherei. Waren sie schon einmal an einem Nachmittag in der Bücherei. Wenn nicht, empfehle ich ihnen, einfach mal hinzugehen. Sie werden erstaunt, wie viel Kinder sich mit viel Freude dort aufhalten und lesen ist so wichtig. Wir haben auch dort die Preise moderat erhöht, das finde ich auch ok, aber damit soll es auch gut sein.

    5. Schlusswort

    Das ganze Dilemma unseres engen Haushaltes liegt natürlich an den fehlenden Jahresabschlüssen, denn wir haben noch ca. 40 Millionen nicht testierter Überschüsse aus Vorjahren. Bereits in meiner Haushaltsrede 2016 bemängelte ich gemeinsam mit Herrn Bargfrede die fehlende Eröffnungsbilanz. Uns wurde versichert, die wesentlichen Daten und Fakten wären bereits vom RPA vorgeprüft. Aber wir wissen, die Verwaltung arbeitet jetzt mit vollem Einsatz daran, schnellstmöglichen die weiteren Jahresabschlüsse zu erstellen.

    Wir sind uns bewusst, dass es auch weiter viele Herausforderungen geben wird. Doch wir haben eine effiziente Verwaltung, die sehr offen mit uns Ratsmitgliedern kommuniziert.

    Dafür bedanke ich mich im Namen meiner Fraktion.

    Die SPD stimmt dem Haushalt 2024 zu und hofft auch auf die Zustimmung des restlichen Rates.

  • Andreas Weber – Offener Brief

    Andreas Weber – Offener Brief

    In den vergangenen Wochen wurde seitens der CDU, der FDP auch seitens der Grünen-Fraktion vereinzelt und in der Haushaltsdebatte des Rates am 6.7.2023 verstärkt Vorwürfe hinsichtlich des Handelns des Vorgängers des jetzigen Bürgermeisters und seiner damaligen Verwaltung laut:

    Es gäbe schwere Versäumnisse in finanzieller Hinsicht durch eine fehlende Gebührenanpassung der Abwassergebühren, bezüglich einer erforderlichen Sanierung des Kanalsystems der Stadt und schließlich sogar seitens der FDP (Künzle), dass es Versäumnisse bei Schule und Feuerwehren gäbe, die uns jetzt auf die Füße fallen würden. Der neue Bürgermeister hätte ein „schweres Erbe“ (Dr. Rinck) von seinem Vorgänger übernommen.

    Zugegeben ist es auch in meiner Zeit als Bürgermeister jedes Jahr schwer gewesen, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren, dass dieser durch die Kommunalaufsicht genehmigt werden konnte, dabei trotzdem in 7 Jahren erhebliche Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung, Wohnungsbau, Klimaschutz, Unternehmensansiedlung und Brandschutz selbst vorzunehmen oder durch Kooperationspartner zu initiieren.

    Dieses nunmehr zu negieren, widerspricht den Fakten, ist unfair und respektlos gegenüber dem Erreichten. Ich hätte mir einen Faktencheck seitens der Verwaltung oder der Rotenburger Kreiszeitung gewünscht, was bisher nicht geschehen ist.

    Um etwas Klarheit in die komplexe Historie zu bringen, zitiere ich folgende Fakten der letzten Jahre:

    Zunächst mussten die Finanzen der Stadt durch zwei Grundsteuer- und Gewerbesteueranpassungen (2013 von 340 auf 360 Prozentpunkte und 2016 von 360 auf 390 Prozentpunkte) gegen den erheblichen Widerstand insbesondere von den jetzigen Hauptkritikern CDU und FDP angehoben werden, dass nicht nur die ordentlichen Haushalte ausgeglichen wurden, sondern auch die städtischen Schulden kontinuierlich von 23,8 Mio. € auf 15,5 Mio. €, also um 8,3 Mio.€ (über 35 %) reduziert werden konnten. Nicht wie Herr Dr. Rinck behauptete, dass sich „der Schuldenstand immer um die 20 Mio. € oszillierte“. Was auch immer das zu bedeuten hat.

    Wir hatten keine „fetten Jahre“, wie uns das Herr Dr. Rinck nun weismachen möchte, sondern die Niedrigzinsphase wurde strategisch sinnvoll und kreativ für Rotenburgs Entwicklung gestaltet, in den vergangenen Jahren für den Wohnungsbau in den Gebieten Stockforthsweg und Brockeler Straße, in Waffensen und Unterstedt, sowie zahlreichen kleineren Einzelprojekten genutzt, um über 500 neue Wohnungen (allein in den Jahren 2019/20/21 über 320 Wohnungen) und über 300 Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen zu lassen.

    Dabei haben wir Wohn- und Gewerbegebiete (u.a. für die Ansiedelung von Thyssenkrupp-Schulte) mit über 7,5 km Straßen und Kanälen neu erschlossen. Das waren keine Selbstläufer, sondern es mussten dazu über 180 Baupläne überarbeitet und neu gefasst. Zusätzlich wurden auch ca. 1 km Abwasserkanäle erneuert. Mehr wäre in unserem Straßen- und Tiefbauamt auch gar nicht möglich gewesen, zumal ein kompletter personeller Wechsel unserer Straßen- und Tiefbauingenieure realisiert werden musste.

    Es wurde in unsere Schulen über 20 Millionen investiert, mit 3 neu geschaffenen Mensen zur Vorbereitung der sich ausweitenden Ganztagsbeschulung. Ebenso wurden damit erforderliche dringendste Sanierungen durch Neubauten oder Anbauten realisiert.

    Weitere Anstrengungen sind hier erforderlich, aber ca. ein Drittel all unserer Investitionen der letzten Jahre flossen in die Bildung.

    Die Kinderbetreuung insbesondere durch die gute Kooperation mit dem Diakonissenmutterhauses wurde von 620 Kinder (2014) auf über 1020 Kinder (2021) ausgebaut. 3 neue Kitas und 2 Krippen wurden in meiner Amtszeit neu erstellt, 2 zusätzliche sind in der Amtszeit des jetzigen Bürgermeister fertiggestellt worden oder stehen unmittelbar vor der Fertigstellung.

    In den Brandschutz wurden nicht wie vor meiner Amtszeit nur durchschnittlich 60.000 €/Jahr, sondern kontinuierlich ca. 600.000 € investiert, dabei in 7 Jahren 2 Feuerwehrgerätehäuser in Mulmshorn und einschl. einer Erweiterung zur Stützpunktwehr in Waffensen gebaut. Die Drehleiter, die im vergangenen Jahr der Feuerwehr in Rotenburg hat feierlich übergeben werden konnte, wurde in meiner Amtszeit finanziert und bestellt.

    Zusätzlich wurde ein Bereitschaftsdienst in Rotenburg eingeführt, der die personelle Belastung der Wehr reduzieren sollte. Ich hatte der Feuerwehr bei meiner Amtsübernahme versprochen, mehr für sie zu tun als in der Vergangenheit und habe deutlich Wort gehalten.

    Ja, selbst auf dem Waldfriedhof wurde für über 1 Mio. € die Friedhofskapelle erneuert, was ein Meilenstein in der Entwicklung des Waldfriedhofs bedeutete.

    Schließlich wurde zusätzlich ein positives Investitionsklima bei Unternehmen geschaffen, dass diese selbst investierten und die Gewerbesteuereinnahmen in dieser Zeit von 6,7 Mio. €/pro Jahr auf über 16 Mio. €/pro Jahr angestiegen sind. Dieses bedeutet eine Steigerung um 138%, was die zusätzlichen Kosten im städtischen Haushalt in zunehmendem Maße abgefangen hat.

    Weiterhin wurde eine Sicherheit gebende Liquidität von 13,5 Mio./€ im städtischen Haushalt erarbeitet, die es vorher nicht gegeben hatte und dabei eine freie finanzielle Spitze von 4 Mio. € (ohne Projektbindungen) geschaffen, die wir den Stadtwerken für die dringend erforderliche Sanierung des Ronolulu zur Verfügung gestellt haben, was auch ein Beweis für unsere städtische Gesamtverantwortung war.

    In den restlichen 9,5 Mio. € sind übrigens die Haushaltsmittel für den Straßenendausbau Stockforthsweg/An der Rodau noch enthalten.

    Mit mittlerweile nur noch 13,5 Mio. € Schulden liegen wir weit unter dem durchschnittlichen Schuldenstand/Einwohner vergleichbarer Kommunen und haben dadurch den Freiraum, wieder Kredite für große Projekte in der Zukunft aufnehmen zu können, wenn dieses erforderlich wird, ohne uns zu sehr zu verschulden.

    Hätten wir, wie von der CDU damals gewünscht und vehement eingefordert, die Grund- und Gewerbesteuern nicht angepasst, hätten wir auf ca. 20 Mio. Einnahmen von 2013 bis jetzt verzichten müssen, unsere ordentlichen Haushalte nicht ausgleichen können und diese von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt bekommen. Rotenburgs positive Entwicklung wäre ins Gegenteil verkehrt worden. Ich bin daher der SPD- und Grünen-Fraktion sehr dankbar, dass wir dieses haben gegen die Widerstände strategisch richtig durchsetzen können.

    Die Abwassergebühren hatten wir zuletzt 2014 auf 1,75 €/m³ erhöht und ja, ich hätte diese ab 2017 gerne auch weiter angepasst, wenn mir dieses bewusst gewesen wäre und mir meine Verwaltung dieses mitgeteilt hätte. Das ist aber nicht geschehen.

    Vielmehr habe ich bei der Not um die Ausgeglichenheit der ordentlichen Haushalte in der Zeit 2017/2018 sogar eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe des Stadtrates initiiert, die mit mir und der Verwaltung Hinweise auf mögliche zusätzliche Einnahmen entwickeln sollte, an der auch alle Fraktionen und ein Finanzexperte der CDU-Fraktion teilgenommen hatte. Doch bis auf Einsparungen in sozialen Bereichen und Gebührenerhöhungen in der Kinderbetreuung waren keine Vorschläge gemacht worden. Auch von den anderen Fraktionen wurde auf die Möglichkeit der Anpassung der Abwassergebühr nicht hingewiesen.

    Man sollte jetzt also nicht so scheinheilig tun, als wenn man selbst nicht beteiligt gewesen wäre, zumal man damals sogar von 2016-2021 mit der Stimme der AFD eine knappe konservative Mehrheit im Rat gehabt hatte und eigene Anträge hätte durchsetzen können.

    Gerne hätte ich in meiner Amtszeit den ersten Jahresabschluss (2012) für erledigt erklärt, was aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich wurde. Wir hatten seit Ende 2014 intensivst daran gearbeitet und schließlich mit der Eröffnungsbilanz für das Jahr 2012 im Jahr 2019 endlich die Grundlagen für die erforderlichen Jahresabschlüsse gelegt.

    Wir haben zusätzlich in dieser Zeit mit größtem Arbeitsaufwand die Grundlagen für einen Antrag in die Aufnahme in das Städtebau-Förderprogramm geschafft. Die großen Investitionsbrocken, wie die Umgestaltung von Goethestraße, Große Straße/Innenstadt und Harburger Straße können jetzt durch die 2/3-Förderung im Rahmen der nunmehr genehmigten und damals von uns initiierten Städtebauförderung realisiert werden, was sich Rotenburg sonst nicht hätte leisten können. Über 30 Mio. € an Fördermitteln können daher für wichtige städtebauliche und soziale Projekte generiert werden.

    Dieser strategisch wichtige Schritt wurde verantwortlich eingeleitet, trotz erheblicher Belastungen durch die Flüchtlingszuwanderung, die vielen Investitionen und die Bewältigung der Corona-Pandemie.

    Ich glaube, dass diese Leistung vielmehr Respekt und Anerkennung verdient, als die despektierlichen und falschen Äußerungen in der Vergangenheit.

    Nein, unser neuer Bürgermeister hat kein schweres Erbe angetreten, wie Herr Dr. Rinck es auslegte, sondern er hat eine schwere Aufgabe übernommen, die mit viel Energie, zeitl. Aufwand und Fingerspitzengefühl erfolgreich gestaltet werden kann.

    Ich bin meiner damaligen Verwaltung einschließlich der 1. Stadträtin sehr dankbar für das mit großer Begeisterung Geleistete und engagiere mich gerne weiterhin ehrenamtlich für eine positive Weiterentwicklung Rotenburgs.

  • Personalwechsel in der Fraktion

    Personalwechsel in der Fraktion

    Uwe Lüttjohann (SPD) wurde heute vom Stadtrat mit einer Enthaltung zum
    Ratsvorsitzenden gewählt. Uwe löst Gilberto Gori (SPD) ab. Gilberto
    wurde in der vergangenen Woche zum Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion
    gewählt.
    Glückauf.


  • Ratsantrag: Fahrradreparaturstation

    Ratsantrag: Fahrradreparaturstation

                                                                               Rotenburg, den 20.3.2023

    SPD-Fraktion

     

    Ratsantrag

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister Oestmann, lieber Torsten!

    Hiermit stellt die SPD-Fraktion den Antrag, folgenden Beschluss in einer der nächsten Ratssitzungen für den Haushalt 2023 zu fassen:

    Beschluss:
    Der Rat der Stadt Rotenburg beschließt im Haushalt 2023 10.000 € für die Beschaffung und Installation von jeweils einer Fahrradreparaturstation (analog zur Station auf dem Pferdemarkt) am Bahnhof und auf dem Neuen Markt bereitzustellen.

     

    Begründung:

    Die Stadt Rotenburg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) und bemüht sich durch unterschiedliche Maßnahmen innerhalb der Stadt das Fahrradfahren attraktiver zu gestalten, um den klimaschädlichen innerstädtischen Kfz-Verkehr zu reduzieren und die erforderliche Verkehrswende zu beschleunigen. Schließlich möchte Rotenburg in einigen Jahren als „Fahrradfreundliche Kommune“ vom Land Niedersachsen zertifiziert werden.

    Vor einigen Jahren wurde auf Vorschlag eines Rotenburger Bürgers auf dem Pferdemarkt eine vor Vandalismus sichere Fahrradreparaturstation aufgestellt, die von zahlreichen Rotenburgern, aber auch auswärtigen Fahrradtouristen häufig genutzt wurde. Oftmals haben wir die Rückmeldung erhalten, dass dieses eine großartige Hilfestellung gewesen ist und eine große Sensibilität der Stadt gegenüber den Nöten der Fahrradfahrer beweise.

    Feststellbar ist aber, dass gerade am Bahnhof in Rotenburg zahlreiche Fahrradtouristen oder auch Pendler mit ihrem Fahrrad nach Fahrradpannen vergeblich nach einer solchen Reparaturstation suchen. Von unseren Stadtratsmitgliedern wurde dieses nicht nur häufig beobachtet, sondern sie wurden auch direkt  um Abhilfe gebeten.

    Eine solche Investition sollte nicht nur am Bahnhof sondern ebenso auf der östlichen Seite der Fußgängerzone geben, weil dort aus den Bereichen Scheeßel oder Soltau zahlreiche Touristen ihre Fahrräder am Neuen Markt abstellen und auch dort kleine Pannen beheben können.

    Solche Fahrradreparaturstationen sind gegen jegliche Art von Vandalismus oder Diebstahl von Werkzeug gesichert und kosten im Regelfall pro Station ca. 4.000 €. Inclusive Aufbau sollten 5.000 € für eine solche Installation ausreichend sein, so dass 10.000 € im Haushalt 2023 dafür eingeplant werden müssten.

    Wir bitte Sie, unseren Antrag im Ausschuss für Straßen- und Tiefbau mit einzubringen, weil dort die Straßen verkehrlichen Angelegenheiten des Rates öffentlich vorerörtert werden.

     

    Marion Bassen                                                    Andreas Weber                                       
    SPD-Fraktionsvorsitzende

     

    Antrag als PDF
  • Andreas Weber: Rede zum VEP

    Andreas Weber: Rede zum VEP

    16 März 2023

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender Gori, sehr geehrter Herr Bürgermeister Oestmann, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

    nachdem wir, der Stadtrat und die Stadtverwaltung gemeinsam mit den überaus kompetenten Projektentwicklern, der „Planwerksta(d)t“ aus Bremen, jetzt ein erfolgreiches integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet haben, mit dem wir uns um eine Aufnahme in die Städtebauförderung beworben und in beiden Anträgen den Zuschlag erhalten haben, entscheiden wir heute über einen Verkehrsentwicklungsplan, der vor drei Jahren in Auftrag gegeben worden ist, uns damals insgesamt viel Geld wert gewesen ist.

    Die eröffnete Möglichkeit der Städtebauförderung  in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse durch den Bund und das Land in Höhe von 30 Millionen € innerhalb der kommenden 15 Jahre geben uns dabei eine Handlungsfreiheit auch für die Umsetzung von Verkehrsprojekten, die wir vorher niemals so gehabt hätten.

    Wir haben aus der Politik das Projekt eng begleitet und werden in den Ergebnissen dieses Verkehrsentwicklungsplanes bezüglich der bisherigen Arbeiten und Ausrichtungen unseres Handelns bestätigt.

    Viele positive Aspekte der Entwicklung in Rotenburg in den vergangenen 10 Jahren werden festgestellt, wie zusätzliche Rad- und Gehwege abseits von Hauptverkehrsstraßen, eine intensive Werbung für umweltfreundliche Verkehrsträger, z.B. durch das jährliche „Stadtradeln“, bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Innenstadt, der Einführung von 2 Fahrradstraßen, sowie viele uns bekannte Einzelmaßnahmen.

    Wir dürfen uns aber auf diesen Errungenschaften nicht ausruhen, sondern haben uns insbesondere um die aufgezeigten Problembereiche zu kümmern, die von der „Planersozietät“ als besonders prioritär eingestuft worden sind. Mit Maßnahmen, die dabei weniger kosten- und planungsintensiv aber mit einer hohen Priorität belegt sind, sollte in diesem Haushaltsjahr schon begonnen werden.

    Wir, die SPD-Fraktion, stimmen mit dem Bürgermeister überein, dass es sich seitens der durch das Planungsbüro „Planersocietät“ Feststellungen und daraus abgeleiteten wirklich fachlich fundierte Empfehlungen handelt. Denn diese sind auf einer Basis von Verkehrszählungen, weiteren Verkehrsanalysen und aus zahlreichen wissenschaftlichen Studienergebnissen und Erfahrungen entstanden.

    Diese müssen jetzt beschlossen werden und bilden im weiteren Entwicklungsprozess der Rotenburger Innenstadt, aber auch von Erschließungsstraßen in unsere Wohngebiete einen sehr guten Orientierungsrahmen. Sie werden im Einzelnen noch politisch erörtert und dann auch haushalterisch festgelegt.

    Im Ergebnis wird in dem VEP von einer weiteren Befassung mit dem Neubau von Umgehungsstraßen eindringlich aus ökologischen und finanziellen Gründen abgeraten, zumal die Entlastungswirkung damit in keinem vernünftigen Verhältnis steht.

    Vielmehr müssen der Fußgänger- und Fahrradverkehr sowie der ÖPNV-Verkehr attraktiver gemacht werden, damit „die wesentliche Herausforderung erreicht wird, unnötigen Kfz-Verkehr zu vermeiden, diesen auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu verlagern und den verbleibenden Kfz-Verkehr im städtischen Raum verträglich abzuwickeln.“

    Die SPD-Fraktion und der SPD-Ortsverein haben sich mit den Ergebnissen der beiden Pläne der Stadtentwicklung und dem Verkehrsentwicklungsplan Rotenburgs zusätzlich zu den wöchentlichen Fraktionssitzungen in zwei Ganztages-Workshops in den letzten Wochen intensiv beschäftigt und konnten die Ergebnisse der Untersuchungen sehr gut nachvollziehen und unterstützen  die Empfehlungen in vollem Maße.

    Wir werden dem Verkehrsentwicklungsplan zustimmen und bitten den Bürgermeister daher, schon für dieses Haushaltsjahr 2023 Haushaltsmittel für kleinere Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise das Aufstellen von Sitzmöglichkeiten für Fußgänger mindestens alle 300m an Verbindungsstraßen oder von Sitz- und Überdachungsmöglichkeiten an stärker frequentierten Bürgerbushaltestellen einzustellen, sowie für die baldmögliche Aufnahme einer Entwurfsplanung für die bauliche Umgestaltung der Goethestraße in eine Fahrradstraße, einem unserer größten Konfliktbereiche in der Stadt.

    Durch die erreichte Städtebauförderung wird nunmehr vieles leichter!